Dorffest in Meckelfeld: Wenn Feinde der Demokratie integriert werden

Man mit Kapitänsmütze wird von Polizei bedrängt

Was am Wochenende passiert ist, darf sich nicht wiederholen.

Was war das für ein Wochenende! Ein buntes Dorffest, das seit 40 Jahren Tradition hat – eigentlich ein Ort für Begegnung, Freude und Gemeinschaft. Doch diesmal mischte sich etwas Dunkles darunter: Die AfD bekam einen Stand mitten auf der Festmeile. Ja, die Partei, die tagtäglich versucht, unsere Demokratie zu zersetzen, bekam einen Platz zwischen Karussell, Bratwurst und Bierwagen. Die Partei, die der Verfassungsschutz am 02. Mai als gesichert rechtsextrem eingestuft hat, durfte sich als ganz normaler Teilnehmer präsentieren.
Das Harburger Bündnis „Einig gegen Rechts“ und andere Antifaschist*innen wollten das nicht kommentarlos hinnehmen. Deshalb waren wir vor Ort – mit Flyern, Gesprächen, Haltung. Und wir haben viel erlebt: Ermutigung, Solidarität, aber auch Einschüchterung, Aggression und einen Vorfall, der sinnbildlich für das Problem steht, mit dem wir es in Deutschland immer öfter zu tun haben.

Das Positive: Solidarität, Mut und klare Zeichen

Schon kurz nach Beginn unseres Einsatzes kamen Menschen auf uns zu, bedankten sich für unsere Präsenz, freuten sich, dass jemand Haltung zeigt. Eine junge Mutter weinte vor Rührung, weil sie es so wichtig fand, dass wir dort waren. Jugendliche feierten unsere Aktion, riefen laut Sprüche gegen die AfD, kamen immer wieder vorbei, um zu signalisieren: „Wir wollen keine Nazis auf unserem Fest!“

Gerade diese Begegnungen mit jungen Menschen haben uns Kraft gegeben. Viele von ihnen waren erstaunlich gut informiert über die Gefahren, die von der AfD ausgehen – über ihre rassistischen Positionen, ihren Hass auf Vielfalt und Menschenrechte. Sie haben verstanden: Diese Partei ist eine Gefahr für ihre Zukunft.
Doch so ermutigend vieles war, wir verschweigen nicht, wie schwierig es war.

Die Schattenseiten: Drohungen, Aggressionen, Gleichgültigkeit!

Die AfD trat aggressiv auf, versuchte gezielt Jugendliche – ja sogar Kinder – mit billigen Give-aways in Gespräche zu locken. Mehrfach wurden wir massiv angegangen, beleidigt und eingeschüchtert.

Die Festleitung, Mitglied des ausrichtenden Gewerbevereins und Vorsitzender der örtlichen CDU, reagierte nicht etwa gegen die Rechtsextremen, sondern gegen uns – die Menschen, die für Demokratie und Menschenrechte eintraten.

Und das vielleicht Schlimmste: Die Gleichgültigkeit. Ein gewisser Teil der Besucher*innen und einige andere Stände zeigten Zustimmung, Akzeptanz oder Neutralität gegenüber der AfD.
Aber: Neutralität gegenüber Faschisten gibt es nicht.

Der Mann mit der Kapitänsmütze – ein Sinnbild

Und dann kam dieser Moment. Ein älterer Mann, Kapitänsmütze auf dem Kopf, stellte sich vor den AfD-Stand. Keine Aggression, keine Gewalt – aber klare, laute Worte:
„Ihr seid Demokratiefeinde! Freunde von Faschisten! Verschwindet von hier!“

Es war die Courage eines Einzelnen, der das aussprach, was viele denken. Doch was geschah? Nicht die AfD wurde des Platzes verwiesen – sondern er. Die Festleitung forderte ihn auf, zu gehen. Als er sich weigerte, wurde die Polizei gerufen. Schließlich führten die Beamten den Mann vom Gelände – unter den Blicken und vermutlich hämischen Gedanken derer, die Demokratie verachten.
Ein Bild, das man nicht vergisst. Ein Bild, das zeigt, wie falsch etwas läuft.

Unser Fazit

Wir sind dankbar für die Menschen, die uns unterstützt haben und Mut gezeigt haben: Die Grünen Seevetal, die „Omas gegen Rechts“, das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ und allen anderen. Aber wir gehen mit gemischten Gefühlen:

Wir haben gesehen, dass die AfD immer mehr Akzeptanz in der bürgerlichen Mitte findet.
Wir haben erlebt, dass Veranstalter und auch die Polizei diejenigen maßregeln, die für Demokratie einstehen, während die Demokratiefeinde weitermachen dürfen.
Und wir haben gespürt, wie wichtig unser Engagement ist.

Die AfD ist keine normale Partei. Sie ist eine Gefahr – für Demokratie, Menschenrechte, Vielfalt.

Ihr Raum zu geben bedeutet Rechtsextremismus zu akzeptieren, tolerieren und normalisieren.
Deshalb bleibt für uns klar: Wir machen weiter, zusammen mit den Menschen vor Ort. Wir werden lauter, sichtbarer, mutiger.
Für ein Meckelfeld, für einen Landkreis, in dem Faschisten keinen Platz haben – nicht auf der Festmeile, nicht in den Parlamenten, nirgends.

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