Breite Unterstützung für die Antifaschist:innen in Winsen Luhe gegen den Wahlkampfstand der AfD

Das war am vergangenen Samstag Programm in der Winsener Innenstadt. „Winsen Luhe against Nazis“ „Winsen bleibt bunt“, das „Harburger Bündnis einig gegen Rechts“, „Pro Demokratie“, „Aufstehen gegen Rassismus Hamburg“, die „Omas gegen Rechts Hamburg Süd“ und das „Netzwerk willkommen in Neu Wulmstorf“, stellten sich ab den frühen Morgenstunden der menschenfeindlichen und inhaltslosen Propaganda des AfD-Kreisverbandes Harburg Land geschlossen entgegen. Dieser gehört dem gesichert rechtsextremistischen AfD-Landesverband Niedersachsen an.
Mit kreativem Protest „Nazis von der Strasse fegen“
Mit dem großen antifaschistischen Ansturm von bis zu 30 Personen, der die Rechtsextremen erwartete, hatten Bürgermeisterkandidat Henning Schwieger, Mitvorständin der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“, Julia Gehrckens und ihre Kumpan:innen nicht gerechnet. Der Ärger darüber stand ihnen buchstäblich ins Gesicht geschrieben.
Es wurde lauthals gesungen, Sprechchöre wurden angestimmt, Leute tanzten, hielten Reden, griffen den Rechten die Passant:innen ab und füllten den Raum in der Winsener Einkaufsstraße auf facettenreiche Weise mit einem ansteckenden, demokratiebejahenden „Vibe“: „Ihr seid zwar da, aber wir sind lauter, bunter, mehr“ – das war deutlich zu spüren.
Netzwerken und Aufklären – antifaschistische Basisarbeit
Stabile Haltungen zeigten auch zahlreiche Winsener Passant:innen, die für vernetzende Informationsgespräche den Kontakt zu den Initiativen suchten und auch selbst z.B. beim Flyern, aktiv wurden. Ein ganz besonderes Highlight und der „Running Gag“ über die AfD war dabei: Ein Passant gaukelte am AfD-Stand Informationsinteresse vor und platzierte dabei unbemerkt antifaschistische Aufklärungsflyer im AfD-Look am Stand.
Aufklärungsarbeit über das rechtsextreme Wirken des AfD-Kreisverbandes im ländlichen Raum Harburg ist aus unserer Sicht als antifaschistische Basisarbeit unerlässlich. Mit massiven Ortsverbandsgründungen, Übernahmewellen von Immobilien und perfiden Köderveranstaltungen möchte die AfD generell eine politische Vormachtstellung im ländlichen Raum gewinnen, den andere Parteien vermeintlich vernachlässigen oder aufgeben.
Es zeigte sich, dass vielen Bürger:innen(noch) nicht bewusst ist, welche gefährlichen Strateg:innen um ihre Wähler:innenstimmen ringen und was die verheerenden Folgen der faschistoiden Ideen der AfD z.B. für die Stadt Winsen konkret bedeuten würden, kämen sie zur Umsetzung.
Die Gesichter des AfD Kreisverbands Harburg Land – Rechtsextremes Kalkül hinter freundlicher Fassade
In zahlreichen Redebeiträgen brachte das engagierte Ortsnetzwerk „Winsen Luhe against Nazis“ ihre umfangreichen und fundierten Recherchen unter die Leute – ebenfalls auf der Homepage nachzulesen – eine ganz klare Empfehlung, um bestens Informiert zu sein/werden!
Bürgermeisterkandidat Henning Schwieger glänzte am Wahlkampfstand nur durch kurzfristige Anwesenheit. Passend zur unengagierten Manier können seine bisherigen, erfolglosen Verankerungsversuche in der lokalen Politik gewertet werden. Doch „Marionetten“ braucht die AfD viele, um ihre eigentlichen Strippenzieher:innen zu platzieren.
So möchte die Jugendvorständin der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“, Julia Gehrckens, in den Stadtrat Winsen Luhe einziehen. Für ihre verbalen Entgleisungen wurde sie vom AfD-Landesverband gerügt, nachdem sie Pforzheim als „gottlose Kanackenstadt“ bezeichnet hatte. Sie mischt beim rechtsextremen Frauen-Netzwerk „Lukreta” mit und pflegt darüber hinaus weitreichende, rechtsextreme Kontakte und Mitgliedschaften in völkisch-national rassistischen Gruppen.
Schwieger und Gehrckens gehören zum gleichen Kreisverband wie der erste Vorsitzende Robert Offermann, der ebenfalls Bürgermeister werden möchte – in Seevetal. Er pflegt Verbindungen zur rechtsextremen „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“, gehört der rechten Studentenverbindung „Germania Marburg“ an und war nachweislich bei mindestens einem Naziaufmarsch in Dresden anwesend.
Mit Max Ostermeier für Buchholz und Dirk Marx für Neu Wulmstorf, schickt der Kreisverband gleich vier Personen – also fast den gesamten Vorstand – ins Rennen um strategisch wichtige Posten im Landkreis Harburg – im Übrigen nur Männer, was auch tief blicken lässt. Das sollte ein deutliches Warnsignal sein!
Damit die Rechnung solcher rechtsextremen Infiltrationsstrategien nicht aufgeht, sind Antifaschist:innen aufgerufen, eines der wirkmächtigsten Instrumente im Kampf gegen Rechts verstärkt zum Einsatz zu bringen: Das WIR!
Verbinden wir uns, wie in Winsen, mit immer mehr Gruppen, Initiativen, Bündnissen und Bewegungen, um der Faschisierung gerade auch im ländlichen Raum wirksam die Stirn zu bieten.
In diesem Sinne: Bis bald auf der Straße – SIAMO TUTTI ANTIFASCISTI!




