105 zu 40 für stabilen Antifaschismus in Steinkirchen am 20.06.2025
So lautet die erfreuliche Personenbilanz des Protesttages gegen den „Polittalk“ der AfD in Steinkirchen. Der dem gesichert rechtsextremen Landesverband Niedersachsen zugehörige Ortsverband hatte zu „Bratwurst, Freibier und Popcorn für die Kleinen“ eingeladen. Auch der Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Maik Julitz, der beim Potsdamer Geheimtreffen mit Neonazis zugegen war, zeigte sich hier.
Ein weiterer Versuch im Sinne der strategischen, „ländlichen Raumnahme“ auch diese Dorfstruktur mit vermeintlich harmloser Bürgernähe zu infiltrieren.
Ein Aufsteller offenbarte dabei einen typisch-propagandistischen, realitätsverleugnenden und menschenverachtenden Vierpunkteplan:
- Erhalt unserer Kulturlandschaft – Keine Windräder in der SG Lühe!
- Umweltschutz vor Klimaschutz – Die Klimaapokalypse ist abgesagt
- Klimaanpassung statt Klimaschutz
- Neutrale Samtgemeinde ohne Ideologie – Keine Teilnahme der SG Lühe am Christopher-Street-Day in Hamburg
Die Leugnung wissenschaftlicher Evidenzen zur unbedingten Notwendigkeit dringlich umzusetzender Klimaschutzmaßnahmen sowie die Diskriminierung und Delegitimierung queerer Rechte und der gesamten LGBTQA+ – Community sind typische Leitlinien rechtsextremer Strategie. Letztlich ließen sich jedoch nur etwa 40 Personen vom Angebot der AFD anlocken, darunter überwiegend Personen, die laut Anwohnenden nicht vor Ort leben.
Bunter Protest
Aktivist:innen aus den Landkreisen Stade und Harburg ließen die plumpe „Köderveranstaltung“ nicht unwidersprochen ablaufen. Neben zahlreichen, mutigen Anwohner:innen, bildeten die OMAS GEGEN RECHTS Stade, der Bunte Block Buxtehude, die Eltern gegen Rechts Landkreis Stade, die Linke Stade, Pro Demokratie und das Harburger Bündnis „Einig gegen Rechts“, eine bunte Protestbewegung. Bei selbstgebackenen Köstlichkeiten, kühlen Getränken, Gesang gegen Rechts und stabilen Redebeiträgen, kamen etwa 105 Personen zusammen. Auch die Bürgermeisterin von Steinkirchen, Sonja Zinke und die stellvertretende Bürgermeisterin von Grünendeich, Ulrike Mohr, setzten mit ihrer Präsenz ein klares Zeichen für den Erhalt demokratischer Werte. In ihrer Eingangsrede machte Sonja Zinke unmissverständlich klar, dass sie ihr Amt an genau dieser Richtlinie ausführt.
Wie üblich sprachen nicht nur die Worte, sondern auch die Taten der AfD-Vertreter:innen an diesem Nachmittag eine eindeutig respektlose Sprache. So versuchten sich Vertreter:innen der AfD fortwährend Zugang zum Kreis der Aktivist:innen zu verschaffen, um sie auszuhorchen, einzuschüchtern und durch aggressives, extrem nahes Abfilmen deren Persönlichkeitsrechte bewusst zu verletzen.
Die Antifaschist:innen ließen sich jedoch auch dadurch nicht in ihrer guten Stimmung stören. Ein motiviertes Netzwerken, ein waches Interesse aneinander und ein klares „Nicht Aufgeben“, prägten die Atmosphäre vor Ort. Es wurde deutlich: Viele Menschen engagieren sich im Landkreis Stade bereits sehr stark gegen die Rechtsentwicklung und es werden immer mehr.
So stehen z.B. die „Eltern gegen Rechts Landkreis Stade“ in den Gründungsstartlöchern und versprühten aktivistisches Empowerment. „Wir stehen noch ganz am Anfang, aber wir müssen einfach für eine lebenswerte Zukunft unserer Kinder einstehen“, so eine engagierte junge Mutter. Für ihre Initiative hatte Sie als erste Aktion Buttons erstellt – ein klares Erkennungsmerkmal und ein sichtbares Zeichen für den Aufbruch.
Omas gegen Rechts rufen auf und auch viele jüngere Menschen kommen
Besonders beeindruckend und hoffnungsvoll: Zahlreiche junge Menschen waren gekommen, Schüler:innen aus der Region, die „etwas tun wollen“. Diese mutige Energie zahlte sich aus. Kontaktdaten wurden ausgetauscht, Messengergruppen gegründet und kurzerhand der Grundstein für eine junge und stabile Initiative gegen Rechts in der Region gelegt.
„Mein Lieblingsmoment waren die zwei Jungs aus der Neunten, ich glaube aus dem Nachbarort, die niemanden kannten und trotz Badewetter vorbeigekommen sind, weil sie Haltung zeigen wollten. Die Omas haben ihnen ein Schild gegeben und schon standen sie stabil auf der richtigen Straßenseite“, so eine begeisterte Aktivistin.
Eines wurde an diesem Nachmittag einmal mehr sehr deutlich: Im Einsatz gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit verstehen wir uns als wehrhafte Antifaschist:innen und überlassen der AfD auch im Landkreis Stade nicht die Dörfer.
SIAMO TUTTI ANTIFASCISTI




